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Vom 25.07.2000 bis zum 3.08 waren Dorota und ich in den Masuren mit dem Fahrrad unterwegs.
Wir begannen unsere Tour in Olsztyn, wo auch der Zug endete und fuhren von dort auch wieder nach Berlin zurück. Hinweis: Für die kursiv geschriebenen Worte gibt es die Übersetzung, wenn ihr mit der Maus darübersteht.
Berlin => Szczecin => OlsztynDie Bahnfahrt von Berlin nach Olsztyn verlief ohne Probleme. Ab Berlin Lichtenberg mit einem Regionalzug nach Szczecin und von dort mit einem D-Zug quer durch den Norden Polens nach Olsztyn.10 Stunden nach Berlin waren wir dann am Abend in Olsztyn angekommen und wollten eigentlich den in Reiseführer und Karte verzeichneten Campingplatz finden. Allerdings - Fehlanzeige, den gab es zur Zeit nicht - Renovierungsarbeiten nach Privatisierung. Aber es sollte ja noch einen weiteren Campingplatz geben - wieder Fehlanzeige. Aber zumindest hat man uns auf einem Badestrand illegal (gegen Endgeld: 20 zł) unser Zelt aufschlagen lassen. Diese ganze Sache und dazu noch der wahnsinnige Verkehr auf den Strassen hat mir zu dem Zeitpunkt schon fast den Mut genommen und ich wäre zurückgefahren (Veikko) Top Olsztyn => Borowo (Camping "Królewska Sosna")Nun sollte es nach dem Aufstehen aber auch endlich losgehen. Aber erstmal haben wir uns in einem sklep unser Frühstück geholt. Wie sich zeigte, sollte genau dieses sich dann täglich wiederholen: (4 bułki, 1 serek wiejski). Dazu noch kefir und dżem.In einem Café in der Altstadt von Olsztyn haben wir noch einen Kaffee getrunken und den kibel besucht. Die Strecke für diese Etappe haben wir unserem Führer (1) entnommen. Sie führte über einige kleinere Ortschaften/Dörfer auf asphaltierten Strassen: Klebark Wlk. - Patryki - Prejłowo - Giławy - Rusek Wlk. - Dźwierzuty - Targowo - Kałęczyn - Rybno - Borowo (Borowski Las / Camping "Królewska Sosna") Der Campingplatz ist ca. 2 km von der Hauptstrasse links im Wald an einem See mit Sauberkeitsklasse 1. Es gibt dort gute Toiletten und prysznic, bar, sklep. Preise: kleines Zelt 3 zł grosses 5 zł; pro Person 8 zł ; prysznic 3 zł Top Borowo (Camping)Obwohl erst der zweite Tag der Reise anbrach, dachten wir uns wegen der Möglichkeiten auf dem Campingplatz, dass wir einen Tag Pause machen. Leider wurde das Wetter über Nacht schlechter und wir konnten so doch nicht die Boote ausprobieren, die am See lagen. Also gingen wir auf Pilzsuche. Die brachte zwar nicht soviel wie erhofft ein, aber es reichte für ein kleines Mittagessen. Hauptsächlich fanden wir maślaki. Obwohl unsere Nachbarn mehr fanden, mussten wir uns mit dem was wir hatten abgeben. Zum Abend haben wir uns dann an der Bar noch etwas zum Abendbrot geholt: naleśniki, kiełbasa, piwo und herbata.Top Borowo => MikołajkiDie heutige Strecke war nicht mehr ganz so schön wie die erste d.h. mehr Feldwege (rot markiert) als Asphalt. Sie ging über:Muntowo - Uźranki - Jura Wlk. (oder Jora Wlk. ??) - Faszcze - Zimowo (oder Cimowo ??) - Nowe Sady - Mikołajki. Kurz nach der Einfahrt in den Ort haben wir die erste sich bietende Möglichkeit genommen und ein Zimmer (50 zł) gefunden (pokój do wynajęcia). Wie wir dann später bei einem Gang durch die Stadt feststellten, sollte es eigentlich kein Problem sein, ein Zimmer zu finden, bei dem grossen Angebot. Ausserdem haben viele Einheimische mit grösserem Hof Plätze für ein Zelt in Form von pole namiotowe angeboten. Die Stadt selbst macht einen sehr touristischen Eindruck, ganz im Gegensatz zu den Dörfern, die man auf dem Weg so sieht. Es gibt einen grossen Hafen für Segelboote mit einer schönen Promenade. Zum Essen bietet sich eine grosse Auswahl verschiedener Fischsorten (węgorz, sandacz, sola, szczupak), meist in deutsch und polnisch beschrieben. An der Fussgängerbrücke gibt es einen Waffel-Stand (gofry), der sich damit rühmt, als einziger in der Stadt Waffeln mit Heidelbeeren (z jagodami) zu haben (lecker !!!). Top Mikołajki => Giżycko (Schiff) => Węgorzewo (Camping "Rusałka")Da am Vorabend das Wetter wieder besser wurde, wollten wir heute eigentlich mit dem Fahrrad nach Giżycko fahren, aber nach dem Frühstück haben wir uns doch noch 15 Minuten vor der Abfahrt doch noch für eine Schifffahrt entschlossen (30 zł p.P., erm. 21 zł, 10 zł pro Rad).Nach einer schönen Fahrt von 3 Stunden kamen wir in Giżycko an. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Stadt (Mikołajki war besser) haben wir uns dann wieder auf den Weg gemacht: Świdry - Pieczarki - Harsz (nette Bar) - Ogonki - Kol. Rybacka - Camping Rusałka. Der Campingplatz hatte schon einige Preise abbekommen (Kategorie 1). Es gibt dort restauracja, prysznic, sklep. Am Abend fing es an zu regnen und hörte auch erst gegen Mittag am nächsten Tag auf. Top Camping => KalDa das Zelt nun nass eingepackt war, mussten wir für die nächste Nacht unbedingt ein Zimmer finden, damit das Zelt trocknen kann. Nach einer kurzen Fahrt durch die Gegend sind wir nach Kal gekommen, wo Dorota als Kind schon zweimal gewesen war. Dort haben wir dann einfach an der Pension "Teresa" ein Zimmer für eine Nacht genommen (96 zł). Dort ist es auch sehr schön gewesen - direkt am See, mit Fernsehraum, grossen Garten (jabłka, aronia). Wir haben auch gleich unsere schmutzige Wäsche waschen lassen - war bloß am nächsten morgen noch nicht trocken.Top Kal => KętrzynDie Strecke (rot für Kopfsteinpflaster):Trygort - Przystań - Pniewo - Sztynort - Łabapa - Radzieje - Pilwa - Doba - Parcz - Gierłoż (Wolfsschanze) - Kętrzyn In Sztynort kann man sich ein Bild vom Verfall kultureller Güter während des Sozialismus machen. Das Schloss der Familie Lehndorff ist so sehr Einsturzgefährdet, dass es nicht mehr betreten werden darf - und eine Restaurierung scheint nicht geplant zu sein. Eigentlich wollten wir zwischen Pilwa und Doba kurz hinter einem Ort abbiegen, doch mussten wir in Doba feststellen, dass es diesen Ort wohl nicht mehr gab - denn wir sind nicht an ihm vorbeigekommen. Auf dem Weg zur Wolfsschanze kommt man noch an anderen Bunkern vorbei, aber die Erklärungen der Führer an der Wolfsschanze sind doch sehr hilfreich - 2-3 Stunden sollte man dafür einplanen. Preise: 1 zł pro Fahrrad, 6 p.P. 3 erm. Wer von hier nicht mehr weiter will kann auf dem pole namiotowe übernachten. Wir wollten aber weiter nach Kętrzyn, in der Hoffnung, dort eine Jugendherberge zu finden - es gab leider keine. Auf dem Weg zu einer ausserhalb liegenden Herberge kamen wir dann zufällig an zwei Häusern vorbei, die mit freien Zimmern warben. Diesmal namen wir nicht das erste sondern das zweite und waren sehr überrascht über die freundliche Aufnahme im Hause von Anna und Zdzisław Misiak (ul. Bydgoska 30). Im Rahmen einer "Promotion" haben wir auch noch zu den günstigen Übernachtungskosten von 20 zł p.P. ein Abendbrot erhalten. Top Kętrzyn => Lidzbark WarmińskiBeim Frühstück in einem Park in Kętrzyn haben wir unser Essen noch mit einem streunenden Hund geteilt.Gute, asphaltierte Strasse, aber so hügelig/bergig/, Gegenwind, dass ich total kaputt war und nie wieder diese Strecke fahren möchte (Dorota) Święta Lipka - Reszel - Bisztynek - Sułowo - Lidzbark Warm. In Święta Lipka haben wir uns die schöne Kirche angesehen und um 1330 ein kleines Orgelkonzert angehört. Weil man sein Fahrrad nicht mit in die Kirche nehmen sollte, kann man es gegen 1 zł auf dem Autoparkplatz bewachen lassen. Eine zapiekanka sollte unser Mittag sein, aber ehrlich gesagt, eine vom Ofen wäre mir lieber gewesen (Veikko) In Reszel kann man eine Burg besichtigen - Aber die ganze Altstadt ist kopfsteingepflastert. Bisztynek sollte uns auf der Suche nach einem bankomat enttäuschen. Aber, wer ein paar Jahrzehnte in die Geschichte einer Kleinstadt zurückblicken möchte, ist hier genau richtig. Erst später stellten wir fest, dass wir eine Attraktion Bisztyneks verpasst haben - einen Findling mit 28 Metern Umfang. Wie so oft auf dem Weg durch die Dörfer wusste man nicht immer in welchem Dorf man eigentlich war, da die Ortsschilder fehlten. Also mussten wir auch hier erst nachfragen, ob wir in Sułowo sind - und wir sind sogar richtig gewesen. Als Übernachtung in Lidzbark wählten wir ein in den Führern als Jugendherberge verzeichnetes Ausflugsheim (dom wycieczkowy PTTK) für 20 zł p.P., das sich in einem der alten Stadttore befindet (Wysoka Brama). Die Stadt selbst macht auch eher einen bedrückenden Eindruck aber es gibt immerhin noch die sehenswerte Burg, in der sich auch einst Kopernikus aufhielt. Für die Besichtigung der Austellungsräume benötigt man 6 zł p.P/ 3 erm. und ca. 2 Stunden. Top Lidzbark Warmiński => Olsztynim allg. gute Strecke ausser sandige Feldwege (rot):Joradnowo (Jorandowo ??) - Radostowo - Frączki - Gradki - Tuławki - Słupy - Olsztyn Auch an diesem Tag wieder Gegenwind - obwohl wir Richtung Süden fuhren. Ca. 20 km vor Olsztyn und kurz bevor der Regen einsetzte musste uns dann doch noch eine Panne erwischen. Also flickte ich in strömendem (zum Glück kurzen) Regen Dorotas Schlauch. Nach dem Regen hörte zum Glück der Wind auf und wir konnten seit langem mal wieder Geschwindigkeiten von über 20 km/h erreichen. Ausser zwei kurzen Stops wegen Regen erreichten wir Olsztyn trocken. In der ul. Kopernika 45 in der Nähe der Altstadt gibt es eine empfehlenswerte Jugendherberge (16 zł p.P/14 erm.). Dort kann man die Räder auch im Keller einschliessen. Da es am Abend noch anfing zu gewittern, konnte man sich eigentlich nichts mehr in der Stadt ansehen und wir aßen bei Pizza-Hut noch eine Pizza (19 zł). Top Olsztyn => Szczecin => BerlinVon der Jugendherberge zum Bahnhof sind es nur 5 Minuten mit dem Rad und an diesem Tag waren wir in Olsztyn die beiden einzigen Radfahrer im Zug. Auf dem Weg nach Szczecin gab es noch so viel Verspätung, dass wir um unseren Anschlusszug bangen mussten - der aber glücklicherweise auf genau diesen unseren Zug wartete.Top Allgemeines
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